Wie viel kostet es, 100 km mit einem E-Bike zu fahren?
Immer mehr Menschen steigen auf E-Bikes um – als Alternative zum Auto, zu öffentlichen Verkehrsmitteln oder zum herkömmlichen Fahrrad. Werbeversprechen suggerieren nahezu kostenlose Fahrten, doch entspricht das wirklich der Realität? Ist ein E-Bike tatsächlich so günstig im Alltag, oder gibt es Kosten, die bei der ersten Rechnung leicht übersehen werden?
Eine der einfachsten Methoden, die laufenden Kosten einzuordnen, ist die Berechnung einer Strecke von 100 km. Diese Distanz kann einer Pendelwoche, mehreren Stadtfahrten oder einer längeren Wochenendtour entsprechen. Beim E-Bike spielen dabei nicht nur die Stromkosten eine Rolle, sondern langfristig auch Reifen, Bremsen, Antrieb und Wartung.
Bei einem beispielhaften Energieverbrauch von 0,6 bis 1,0 kWh pro 100 km und einem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 40,55 Cent/kWh ergeben sich rechnerisch rund 0,24 bis 0,41 Euro reine Stromkosten pro 100 km. Die langfristigen Gesamtkosten werden stärker durch Wartung, Verschleiß und Anschaffung geprägt.
1. Kosten für das Laden des E-Bike-Akkus
Einer der größten finanziellen Vorteile eines E-Bikes liegt in den niedrigen Energiekosten. Statt Benzin oder Diesel zu tanken, wird der Akku an einer normalen Steckdose geladen. Doch wie viel kostet das tatsächlich?
Die Akkukapazität moderner E-Bikes wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Ein 500-Wh-Akku speichert beispielsweise 0,5 kWh Energie. Für die Kosten pro 100 km ist allerdings nicht allein die Akkugröße entscheidend, sondern vor allem der tatsächliche Energieverbrauch während der Fahrt.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zahlten private Haushalte in Deutschland im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 40,55 Cent pro Kilowattstunde. Der individuelle Tarif kann natürlich darüber oder darunter liegen.
| Energieverbrauch | Strompreis | Rechnerische Kosten pro 100 km |
|---|---|---|
| 0,6 kWh | 0,4055 €/kWh | ca. 0,24 € |
| 0,8 kWh | 0,4055 €/kWh | ca. 0,32 € |
| 1,0 kWh | 0,4055 €/kWh | ca. 0,41 € |
Selbst wenn ein E-Bike auf 100 km relativ viel Energie benötigt, bleiben die reinen Stromkosten damit niedrig. In der Praxis entstehen beim Laden zusätzlich geringe Umwandlungsverluste, sodass der an der Steckdose gemessene Verbrauch etwas höher sein kann.
2. Was kostet eine vollständige E-Bike-Akkuladung?
Eine vollständige Akkuladung lässt sich grob über die nominale Akkukapazität berechnen. Drei aktuelle JOBOBIKE Modelle zeigen, wie klein die Unterschiede bei den reinen Energiekosten trotz unterschiedlicher Akkugrößen sind.
| Modell | Akku | Kapazität | Theoretische Energiekosten* |
|---|---|---|---|
| Luxe 2 | 36 V / 15 Ah | 540 Wh | ca. 0,22 € |
| Romer Pro | 48 V / 15 Ah | 720 Wh | ca. 0,29 € |
| Robin Pro | 48 V / 20 Ah | 960 Wh | ca. 0,39 € |
*Berechnet mit 40,55 Cent/kWh und der nominalen Akkukapazität. Ladeverluste sind in diesen Beispielwerten nicht enthalten.
Wer zwischen unterschiedlichen Akkugrößen schwankt, sollte deshalb nicht automatisch zum größten Akku greifen. Für kurze Stadtfahrten können kleinere Akkus ausreichend sein, während lange Pendelstrecken, Touren oder Fahrten mit viel Gepäck von zusätzlicher Reserve profitieren.
3. Wartungskosten: Strom ist nur ein Teil der Rechnung
Strom ist nur ein Teil der tatsächlichen Nutzungskosten. Ein E-Bike benötigt – genau wie ein herkömmliches Fahrrad – Reifen, Bremsbeläge und Komponenten des Antriebs, die mit der Zeit verschleißen.
Wie häufig diese Teile ersetzt werden müssen, lässt sich jedoch nicht sinnvoll mit einem einzigen festen Kilometerwert für alle E-Bikes beantworten. Der Verschleiß hängt stark von Fahrstil, Untergrund, Gesamtgewicht, Wetter, Bremsverhalten und den verwendeten Komponenten ab.
Typische laufende Kosten entstehen bei:
- Reifen und Schläuchen: abhängig von Untergrund, Luftdruck, Gewicht und Fahrleistung.
- Bremsbelägen und Bremsscheiben: besonders relevant bei häufigen Abfahrten, hoher Zuladung und Stop-and-go.
- Kette, Kassette und Ritzeln: Verschleiß hängt unter anderem von Pflege, Schaltverhalten und Belastung ab.
- Inspektionen und Einstellungen: regelmäßige Kontrolle unterstützt einen zuverlässigen Alltagsbetrieb.
Deshalb ist die Aussage „ein E-Bike kostet pauschal X Euro Wartung pro 100 km“ nur begrenzt sinnvoll. Für die persönliche Kalkulation ist es realistischer, Wartung als jährlichen oder langfristigen Kostenblock einzuplanen.
Ein wartungsarmer Antrieb kann im Alltag einen Unterschied machen
Beim JOBOBIKE Luxe 2 kommt beispielsweise ein Carbon-Riemenantrieb anstelle einer klassischen Kette zum Einsatz. Dadurch entfällt die übliche Kettenpflege mit Reinigung und Schmierung. Gerade für regelmäßige Stadtpendler kann der Wartungsaufwand langfristig wichtiger sein als ein Unterschied von wenigen Cent bei den Stromkosten.
4. Erhöhen schwierige Strecken die Kosten?
Nicht jeder fährt ausschließlich auf glattem Asphalt. Viele E-Bike-Nutzer fahren auf Schotterwegen, Waldwegen, unebenem Untergrund oder Strecken mit deutlichen Steigungen. Solche Bedingungen können den Energieverbrauch erhöhen – allerdings gibt es dafür keinen festen Prozentsatz, der für jedes Fahrrad und jeden Fahrer gilt.
Besonders folgende Faktoren beeinflussen den Energiebedarf:
Unterstützungsstufe
Eine hohe Motorunterstützung benötigt mehr Energie als ein niedriger Eco- oder Tour-Modus.
Steigungen und Untergrund
Höhenmeter, Schotter und weiche Böden erhöhen den Widerstand und damit häufig den Energiebedarf.
Fahrergewicht und Gepäck
Mehr Gesamtgewicht macht sich besonders beim Anfahren und an längeren Steigungen bemerkbar.
Reifen
Breite Reifen bieten Komfort und Traktion, können aber je nach Druck und Untergrund mehr Rollwiderstand erzeugen.
Temperatur und Gegenwind
Kälte beeinflusst die nutzbare Akkuleistung, während Gegenwind den Energiebedarf während der Fahrt erhöhen kann.
Fahrstil
Häufiges starkes Beschleunigen benötigt in der Regel mehr Energie als gleichmäßiges und vorausschauendes Fahren.
Für Fahrer, die regelmäßig längere Strecken auf wechselndem Untergrund zurücklegen, kann ein größerer Akku mehr Reichweitenreserve bieten. Der JOBOBIKE Robin Pro kombiniert in der 20-Ah-Version einen 960-Wh-Akku mit 26 × 4.0-Zoll-Reifen und hydraulischen Scheibenbremsen. Die zusätzliche Akkukapazität ist vor allem für längere Touren interessant, bei denen unterwegs nicht sicher geladen werden kann.
5. Was kostet tägliches Pendeln mit dem E-Bike pro Jahr?
Die Kosten pro 100 km wirken abstrakt. Für Pendler ist deshalb eine Jahresrechnung oft verständlicher. Nehmen wir als einfaches Beispiel einen Arbeitsweg von insgesamt 20 km pro Tag an 220 Arbeitstagen.
Das Beispiel zeigt, warum die Stromkosten beim E-Bike häufig nicht der wichtigste Kostenpunkt sind. Auch bei regelmäßiger Nutzung bleiben die Energiekosten relativ klein. Anschaffung, Wartung, Verschleiß und langfristig auch der Akku haben einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Gesamtkosten.
6. Kostenvergleich mit anderen Verkehrsmitteln
Beim Vergleich mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln sollte nicht nur der Energiepreis einer einzelnen 100-km-Strecke betrachtet werden.
Bei einem Auto kommen neben Kraftstoff oder Strom unter anderem Versicherung, Wartung, Reifen, Wertverlust, Steuer und gegebenenfalls Parkkosten hinzu. Bei öffentlichen Verkehrsmitteln hängen die tatsächlichen Kosten davon ab, ob Einzelfahrkarten, regionale Tickets oder ein Abonnement genutzt werden.
| Kostenfaktor | E-Bike | Auto | ÖPNV |
|---|---|---|---|
| Energie / Fahrt | Sehr niedrige Stromkosten | Abhängig von Fahrzeug und Energiepreis | Im Ticketpreis enthalten |
| Wartung | Reifen, Bremsen, Antrieb | Mehr Komponenten und höhere Gesamtkosten möglich | Keine Fahrzeugwartung für Fahrgäste |
| Parken | Meist geringer Aufwand | Je nach Standort zusätzlicher Kostenfaktor | Nicht relevant |
| Planbarkeit | Eigene Route und Abfahrtszeit | Eigene Route, abhängig von Verkehr und Parken | Abhängig von Fahrplan und Verbindungen |
Für kurze und mittlere Alltagsstrecken kann ein E-Bike deshalb ein sehr kosteneffizientes Verkehrsmittel sein. Ob es im persönlichen Alltag tatsächlich günstiger ist als Auto oder öffentlicher Verkehr, hängt jedoch davon ab, wie häufig das E-Bike genutzt wird und welche Alternativen dadurch tatsächlich ersetzt werden.
7. Welches JOBOBIKE passt zu welchem Fahrprofil?
Bei den Betriebskosten sollte die Akkugröße nie isoliert betrachtet werden. Ein City-E-Bike, ein faltbares Fatbike und ein Langstrecken-Fatbike erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Deshalb lohnt sich die Auswahl nach dem tatsächlichen Fahrprofil.

Luxe 2
Stadt & regelmäßiges PendelnDer Luxe 2 kombiniert einen 540-Wh-Akku mit Mittelmotor und Carbon-Riemenantrieb. Für regelmäßige Stadtfahrten ist besonders der geringe Pflegeaufwand des Riemenantriebs interessant.

Romer Pro
Alltag & wechselnde StreckenDer Romer Pro bietet einen 720-Wh-Akku, Drehmomentsensor, hydraulische Scheibenbremsen und breite Reifen. Der faltbare Rahmen macht ihn besonders vielseitig für Alltag und Freizeit.

Robin Pro
Lange Strecken & All-TerrainDie 20-Ah-Version des Robin Pro verfügt über einen 960-Wh-Akku. 26 × 4.0-Zoll-Reifen und hydraulische Scheibenbremsen machen das Modell interessant für längere Fahrten und wechselnden Untergrund.
8. Ist ein E-Bike eine wirtschaftliche Wahl?
Die reine Stromrechnung spricht klar für das E-Bike: Selbst auf 100 km liegen die Energiekosten nur im Bereich weniger Zehntel Euro. Für eine realistische Kostenbewertung sollte man jedoch nicht nur auf das Laden schauen.
Langfristig sind Anschaffung, Wartung, Verschleiß und Akkunutzung wichtiger. Wer sein E-Bike regelmäßig für Pendelstrecken, Einkäufe und Freizeitfahrten einsetzt, kann die Kosten auf viele gefahrene Kilometer verteilen. Wird das Fahrrad dagegen nur selten genutzt, spielt der ursprüngliche Kaufpreis pro gefahrenem Kilometer eine größere Rolle.
Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht: „Ist ein E-Bike immer das günstigste Verkehrsmittel?“ Sondern: „Passt ein E-Bike zu den Strecken, die ich tatsächlich regelmäßig fahre?“
Passende Ratgeber zum Weiterlesen
Wer Reichweite, Akkugröße und langfristige Kosten genauer einordnen möchte, findet in diesen Ratgebern weiterführende Informationen.
E-Bike-Akku richtig laden
Wie lädt man einen Akku im Alltag sinnvoll und wie viel kostet eine vollständige Ladung?
500 Wh oder 750 Wh?
Reichweite, Gewicht und Kosten unterschiedlicher Akkugrößen im direkten Vergleich.
Wie weit reicht ein E-Bike wirklich?
Unterstützungsstufe, Wetter, Gewicht und Gelände können die reale Reichweite deutlich verändern.
Welches E-Bike für lange Strecken?
Akkukapazität, Reichweitenreserve und Modellwahl für längere Pendelstrecken und Touren.
FAQ: Kosten und Stromverbrauch eines E-Bikes
Was kosten 100 km mit einem E-Bike an Strom?
Bei einem beispielhaften Verbrauch von 0,6 bis 1,0 kWh pro 100 km und einem Strompreis von 40,55 Cent/kWh liegen die rechnerischen Stromkosten bei etwa 0,24 bis 0,41 Euro. Ladeverluste können den tatsächlichen Betrag etwas erhöhen.
Wie berechnet man die Ladekosten eines E-Bike-Akkus?
Die Akkukapazität in Wattstunden wird durch 1.000 geteilt, um Kilowattstunden zu erhalten. Dieser Wert wird anschließend mit dem Strompreis pro kWh multipliziert. Ein 500-Wh-Akku entspricht beispielsweise 0,5 kWh.
Ist ein größerer Akku automatisch teurer pro 100 km?
Nein. Ein größerer Akku speichert mehr Energie, bestimmt aber nicht allein den Verbrauch. Fahrstil, Unterstützungsmodus, Reifen, Gesamtgewicht, Wind, Gelände und Temperatur beeinflussen, wie viel Energie auf 100 km tatsächlich benötigt wird.
Was kostet bei einem E-Bike mehr: Strom oder Wartung?
Die Stromkosten sind vergleichsweise niedrig. Über mehrere Jahre können Reifen, Bremsen, Antrieb, Inspektionen und gegebenenfalls ein späterer Akkutausch einen größeren Einfluss auf die tatsächlichen Gesamtkosten haben.
Verbraucht ein Fatbike mehr Strom?
Breite Reifen können je nach Reifendruck und Untergrund einen höheren Rollwiderstand verursachen. Wie stark sich das auf den Verbrauch auswirkt, hängt jedoch vom gesamten Fahrprofil, dem Gewicht, dem Untergrund und der Unterstützungsstufe ab.
Erhöhen Steigungen den Stromverbrauch?
In der Regel ja. Bei längeren oder steileren Anstiegen muss der Motor mehr unterstützen. Fahrergewicht, Gepäck und gewählte Unterstützungsstufe beeinflussen zusätzlich, wie stark der Energiebedarf steigt.
Wie kann man den Stromverbrauch eines E-Bikes reduzieren?
Ein passender Reifendruck, eine gleichmäßige Fahrweise, vorausschauendes Schalten und eine sinnvoll gewählte Unterstützungsstufe können helfen. Auch unnötige Zuladung und dauerhaftes Fahren im stärksten Unterstützungsmodus erhöhen den Energiebedarf.
Wie kann ich meine tatsächlichen Ladekosten messen?
Am einfachsten funktioniert dies mit einem Strommessgerät zwischen Steckdose und Ladegerät. So lässt sich messen, wie viele Kilowattstunden beim Laden tatsächlich aus dem Stromnetz bezogen werden.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis) | Strompreise für Haushalte im 2. Halbjahr 2025
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_111_61243.html - JOBOBIKE Luxe 2 | Produktinformationen
https://jobobike.de/products/jobobike-luxe - JOBOBIKE Romer Pro | Produktinformationen
https://jobobike.de/products/jobobike-romer-pro - JOBOBIKE Robin Pro | Produktinformationen
https://jobobike.de/products/jobobike-robin-pro